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Erfahrungsberichte: 1 2 3 4 5 6 7

Name:  Karin Fraberger
Schülerin:  Martina Fraberger
Herkunftsland:  Österreich
Aufenthaltsregion der Schülerin:  Alicante
Programm:  Frühlingssemester 2010/2011

Aus der Sicht einer Mutter - Erlebnisbericht Aufenthalt Spanien
(Jänner bis Juli ) 2011


Als meine Tochter Martina erstmals im Sommer 2010 den Wunsch äußerte, ein Semester in Spanien verbringen zu wollen, war ich überrascht. Sie, die so eng mit ihrer Familie und Freunden verbunden ist und erst 15 Jahre alt? So schlug ich ihr vor, einmal Informationsmaterial zu sammeln und alles für einen Aufenthalt in die Wege zu leiten, mit dem Hintergedanken, dass sie mit dieser Arbeit wohl dann das Interesse daran verlieren würde....

Ich war skeptisch und Martinas Vater war gegen einen Aufenthalt in Spanien.

Aber Martina blieb hartnäckig bei ihrem Wunsch. Sie suchte im Internet eine Organisation und fand "Interkultur.es" mit der sie intensiv kommunizierte. Ich hatte vorher von Interkultur.es noch nie etwas gehört und daher waren meine Bedenken groß. Aber Martina stellte klar, wenn nach Spanien dann nur mit Interkultur.es!

Ich spürte, Martina war es ernst, und das kam mir unwirklich vor. Fragen über Fragen tauchten bei mir auf und machten mich unruhig: Wie wird sie alleine nach Spanien kommen? Wird sie bei einer netten Gastfamilie wohnen? Wie wird sie in der Schule aufgenommen werden? Kommt sie mit der spanischen Mentalität und dem spanischen Essen zurecht? Was ist, wenn sie krank wird? Wird sie irgendwo verloren gehen?.

Es folgten dann ein Treffen mit Herrn Carson Bohlmann in Wien, ein langes Telefonat mit Herrn Ismael Nieto, beide Mitarbeiter von Interkultur.es, und ein Gespräch mit der spanischen Botschaft in Wien, wodurch meine Zweifel zerstreut wurden, und ab diesem Zeitpunkt unterstützte auch ich Martinas Wunsch.

Die letzten Tage vor der Abreise im Jänner 2011 stand ich unter "Strom". Haben wir auch wirklich an alles gedacht, Reiseversicherung, Gastgeschenke, Winterkleidung mitnehmen, ja oder nein? Flug richtig gebucht? Erreichen wir rechtzeitig den Flughafen Wien Schwechat , wenn es bei uns ein Schneechaos geben sollte? Immer wieder beantwortete Herr Ismael Nieto, professionell und praktisch sofort meine Mails, ging immer geduldig auf meine Anliegen ein und löste alle Probleme.

Schlimm war der Tag vor der Abreise, als sich Martina weinend von ihrer besten Freundin verabschiedete, sodass ich fürchtete, so etwas würde uns auch am Flughafen beim Abschied blühen. Aber trotz der Anspannung haben wir das gut überstanden. Dann kam die Angst, wird sie wohlbehalten bei ihrer Gastfamilie ankommen??? Mit einem kurzen SMS erlöste Martina uns aber von dieser Sorge, alles war bestens.
Wir hatten zu Hause vereinbart, dass sie sich jederzeit bei uns rühren kann, wir aber von uns aus wenig Initiative zur Kontaktaufnahme vor allem anfangs zeigen würden, damit sie sich in Ruhe in ihrer neuen Umgebung einleben kann. Das war für mich natürlich enorm schwierig, aber ich spürte, dass das so für uns am besten ist.

Nach wenigen Tagen war mir klar, dass sich Martina schwer tut mit den vielen neuen Eindrücken in der neuen Umgebung, die da auf sie niederprasselten. Ich machte ihr Mut, dass das jeder in ihrer Situation durchmacht, sie solle weiterKontakt zu ihrer Gastfamilie halten. Sie bemühte sich. Wir skypten, sie sagte mir, es ginge ihr gut, aber ich spürte, dass das nicht wirklich so war. Meine ganze Familie redete ihr gut zu und gab ihr das Gefühl, sie würde es gut schaffen und sich gut einleben.

Das Einführungswochenende mit den Organisatoren von Interkultur.es in Barcelona half ihr, sich besser in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Aber trotzdem passte es nicht so wirklich, bis sie eines Tages den Wunsch äußerte, die Familie zu wechseln. Der Weg mit diesem Wunsch zur Organisation war schwierig für sie, hatte sie doch bisher auch deren Mitarbeitern gegenüber den Eindruck erweckt, dass alles bestens wäre, weil sie es eben so haben wollte. Ich bestärkte sie, indem ich ihr sagte, es wäre mir egal, wo sie wohne, mir sei nur wichtig, dass es ihr wirklich gut gehe und sie sich in der Gastfamilie wohl fühle. Ich versicherte ihr, dass sie für sich diese Probleme werde lösen können und mischte mich daher absichtlich nicht ein.

Interkultur.es ermöglichte Martina sehr bald einen Familienwechsel, und Martina blühte sichtbar auf. Ihr Strahlen und ihre Begeisterung spürte ich bis zu uns nach Hause, und ich war das erste Mal wirklich beruhigt. Wir lernten ihre sehr nette Gastfamilie beim Skypen kennen. Ihre Herzlichkeit Martina gegenüber hat mich tief beeindruckt. Ich vertraute ihnen, dass sie sich um Martina kümmern und ich verließ mich darauf, dass Martina schon wissen wird, wie sie sich in diese Familie am besten integriert.
Für mich gab es nichts Schöneres, als das Gefühl, es geht ihr nun wirklich gut und sie verbringt eine unvergesslich schöne Zeit.

Martinas Gastmutter fragte mich auch, wie lange ich Martina erlaube, abends auszugehen. Diese Entscheidung wollte ich dann der Gastmutter überlassen, ich war zuversichtlich, dass diese Regeln für Martina die richtigen sein würden.

Martina wollte auf Einladung ihrer Gastfamilie ihren Aufenthalt in Spanien dann um 2 Wochen verlängern, was ich ihr von Herzen gerne erlaubte, war es doch ein Zeichen, dass auch Martinas Gastfamilie mein Kind sehr ins Herz geschlossen hatte und sie nicht gehen lassen wollte.

Die Begrüßung von Martina am Flughafen bei ihrer Rückkehr war sehr sehr emotional. Es war eine Mischung aus riesengroßer Freude, dass sie wieder da ist, aus großer Erleichterung, dass sie gesund wieder zurückgekehrt ist und auch großer Genugtuung, dass meine Entscheidung, es meinem Kind zu ermöglichen, eine unvergesslich schöne Zeit in Spanien zu erleben, die richtige war. Gleichzeitig spürte ich auch ihre Traurigkeit, dass sie ihre lieb gewonnene Gastfamilie und ihre neuen Freunde zurücklassen musste und wir verstanden das sehr gut.

Wochen später durften wir auf unsere Einladung hin die Gastfamilie auch bei uns zu Hause begrüßen und wir verbrachten wunderschöne Tage zusammen. Auch hat unsere Familie in dieser spanischen Familie mit ihrer Herzlichkeit und ihrer unwiderstehlichen spanischen Mentalität nun sehr gute Freunde gefunden.

Wir sind glücklich, dass wir es gewagt haben, Martina diesen Aufenthalt zu ermöglichen. Sie hat nicht nur ihre Spanischkenntnisse perfektioniert, sie ist in ihrer Persönlichkeit gereift und die Eindrücke, die sie aus Spanien mitgenommen hat, wird sie für ihr weiteres Leben wohl nie mehr vergessen und sind unbezahlbar.

Ich kann nur alle Eltern, deren Kinder den großen Wunsch haben, für längere Zeit ins Ausland zu gehen, ermutigen, ihren Kindern zu vertrauen und ihnen diesen Wunsch zu erfüllen.

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