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Erfahrungsberichte: 1 2 3 4 5 6 7

Name: Kenneth Roos
Wohnort in Deutschland: Hannover
Wohnort in Spanien: Cádiz (Andalusien)
Programm: Schuljahr 2007/2008

Als ich am 6. September 2007 am Hannover Flughafen stand hatte ich noch gar nicht so richtig realisiert, was ich da überhaupt machte. Ich war eigentlich noch viel zu müde zum denken. Da es ein normaler Tag in der Woche war konnte nur mein Vater mit zum Flughafen kommen. Ich verabschiedete mich und musste nun alleine weiter.
Langsam drängten sich mir erste Zweifel auf und als ich dann im Flugzeug saß und einen letzten Blick auf Hannover warf konnte ich diese auch nicht mehr zurück halten.
Ich hatte mich erst gut 4 Monate zuvor dafür entschlossen ein Jahr ins Ausland zu gehen und seit erst ca. 3 Monate stand der Entschluss für mich fest, dass es Spanien sein sollte.
Von dem Zeitpunkt an als InterKultur mich in das Programm aufgenommen hatte ging die Zeit viel zu schnell. Oft dachte ich, dass ich lieber in Deutschland geblieben wäre.
Ich konnte nicht mal ein Wort Spanisch (!)
Was sollte ich eigentlich in Spanien?

All meine Zweifel lösten sich innerhalb der nächsten Wochen in Luft auf.
Die drei Tage in Barcelona waren eine riesige Hilfe. Man konnte sich mit anderen Leuten aus aller Welt austauschen, was sie erwarten und warum sie sich für Spanien entschlossen hatten. Dann wurden uns von den Betreuern noch eine Menge nützliche Tipps gegeben.
Von da an war dann aus fast allen Zweifeln Aufregung und Neugier geworden!! Natürlich hatte ich noch ein wenig Angst, ob ich mich mit meiner Familie verstehen würde, aber war trotzdem doch viel mehr gespannt auf alles neue.

An einem heißen Sonntag Nachmittag kamen ein paar andere Austauschschüler und ich am Flughafen in Jerez an und wurden von unserer Koordinatorin empfangen.
In einem Taxi ging es dann zu den jeweiligen Treffpunkten mit den Familien.

Spanien überrollte mich!
Die Straßen hier in Cadiz sind immer voll und lebendig. Kinder laufen durch die Gegend, die Spanier unterhalten sich Lauthals auf der Straße oder in kleinen Parks, viel mehr Autos sind auf den Straßen - und vorallem lautere Autos! Es wird andauernd irgendetwas umgebaut ob es Häuser oder Straßen sind - es wird immer etwas gebaut.
Selbst nachts hört man hier oben im 12 Stock noch den Straßenlärm .
Das heißt das man erstmal keine ruhige Minute bekommt, was ziemlich nervig sein kann, besonders in den ersten Tagen wenn man sich vorsichtig an Spanien gewöhnen möchte.
Auf der anderen Seite ist es aber auch ganz gut, man hats zwar am Anfang etwas stressig aber ohne Zeit und ruhe kann man auch nicht wirklich an Zu hause denken und Heimweh bekommen.

Schule begann nach 2 Wochen, die meisten Schulen hier fangen um 8.15Uhr an und um ca 14.15 bis 14.45Uhr ist bei den meisten Schulen Schulschluss.
Bei mir bestehen alle Schultage aus 6 Stunden mit jeweils 60 Minuten Unterricht, nach 3 Stunden habe ich 30 Minuten frei.
Schüler und Lehrer verstehen sich hier in Spanien viel besser, ich darf all meine Lehrer duzen und es werden auch viel mehr Witze mit den Lehrern gemacht. Die gesamte Schulstimmung ist einfach viel lockerer als Zu hause.
Die Spanier an meiner Schule sind alle super nett, viele haben mich gleich am Ersten Tag angesprochen sind sehr viel auf mich zu gekommen. Die meisten Spanier die ich kennengelernt habe haben immer Spaß mir Dinge zu erklären oder mir Witzige Sprüche beizubringen. Sie sind auch immer total froh wenn ich ihnen dann was auf Deutsch beibringe oder Dinge übersetzen(z.B. bin ich hier andauernd dabei Rammstein Lieder zu übersetzen). Nach ca. einer Woche habe ich viele von ihnen auch schon außerhalb der Schule getroffen.
Die meisten Lehrer sind auch sehr freundlich, manche von ihnen ignorieren mich aber auch einfach vollkommen. Eine meiner Lehrerinnen war ziemlich unfreundlich als sie erfahren hat, dass ich kein Spanisch spreche. Danach hat sie nie wieder ein Wort mit mir gesprochen, auch wenn ich jetzt eigentlich schon ganz gut spreche.
Also alles in allem ist die schule hier in Südspanien super und eine der letzten Sachen vor der man sich fürchten sollte, wenn man ein Auslandsjahr machen möchte.

Wenn ich nach Hause komme ist normaler weise Siesta, dass heißt, dass auf den Straßen, bis ca 5uhr, erstmal garnichts los ist . In der Zeit gehe ich oft Surfen, Lese oder Schlafe einfach ein bisschen. Danach treffe ich mich normalerweise mit Freunden. Meist gehen wir dann raus und unternehmen einfach irgendetwas, wie z.B. zum Strand gehen oder ins Zentrum fahren und bummeln. Am Wochenende, ganz besonders Samstags, wird hier alles stehen und liegen gelassen um die Nacht durchzufeiern, dazu laden mich die Spanier auch immer ein und es macht Riesen Spaß.

Mit meiner Familie mache ich eigentlich nicht so viel, ich bin denke ich einfach nicht so der Familien Mensch...
Wir verstehen uns trotzdem ziemlich gut und die Gespräche mit ihnen beim essen oder fernsehen sind immer sehr witzig.

So bevor ich das hier beende möchte ich noch allen Leuten Mut machen die bisher noch kein oder nur wenig Spanisch sprechen. Es ist echt nicht so schlimm wie man sich das vorstellt! Wie gesagt haben die meisten Spanier immer Spaß Dinge zu erklären.
Ich zum Beispiel habe mich auch einfach die ersten Wochen in der Schule hingesetzt und mir Spanisch soweit selbstbeigebracht, wenn man nichts in der schule versteht, am Anfang, hat man 6 Stunden am Tag zeit spanisch Vokabeln oder zeitformen zu pauken, ohne das Freizeit dabei verloren geht.

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